Blog von Remscheid im Wandel

Bilanz 2014

Dennis Lamanna, 19. November 2014

Bilanz 2014 – Erfolge machen Stolz, Miss-Erfolge klug

Das Jahr 2014 war hauptsächlich von zwei Dingen geprägt vom Regionaltreffen Rhein-Ruhr und vom Projekt am Honsberg. Das Eine war ein voller Erfolg, das andere ein voller Miss-Erfolg. Alles hat Folgen und Konsequenzen. Und manches verfolgt einen auch noch in Gedanken, besonders das gescheiterte Honsbergprojekt. „Hätte es nicht anders laufen können? Warum ist es so gekommen?“ Und dieses Lamentieren gehört einfach auch dazu, es ist Teil des Feierns, lediglich die Schattenseite des Feierns, ähnlich einer Todesfeier passend zum November.

Denke ich aber weiter, was denn gewesen wäre, hätten wir uns dafür entschieden einen Verein zu gründen, uns um EU-Fördermittel zu kümmern etc., dann wären wir jetzt für etwas sehr Ungewisses im Stress. Wir würden wieder in Vorleistung gehen ohne die geringste Ahnung, ob es sich lohnen würde. Ich für meinen Teil hätte dabei einige meiner Überzeugungen über Bord werfen müssen, dass lokale Projekte aus Gründen der lokalen Resilienz auch lokal finanziert werden sollen. Transition möchte ein Gegentrend zum Zentralismus sein. Gegen Monokultur für Permakultur. Gegen Zentralismus, für eine dezentrale relokalisierte Wirtschaft und Entscheidungsprozesse. Regel: So viel dezentral wie möglich, so wenig zentral wie nötig.Zentral Geld beschaffen geht dann gar nicht.

Die Verführung zum leichten Weg war da, aber der leichte Weg ist nicht immer der, bei dem man leicht sein Gesicht wahrt und sein Rückgrat aufrecht hält. Die Grundüberzeugung dabei ist die: Der Zweck heiligt nicht die Mittel, sondern die Mittel heiligen den Zweck. Frieden bekommt man durch friedliche Mittel und Wandel bekommt man mit effektiven Werkzeugen des Wandels. Es geht dabei um Qualitäten. Und die Transition Initiative ist mit hohen Qualitätsansprüchen unterwegs. Es soll ökologisch sein, es soll sozial sein, es soll fair sein. Projekte sollen z. B. der Erde, der Gemeinschaft und auch dem einzelnen Projektteilnehmer dienen. Die Qualitätsansprüche sind sicherlich idealistisch, durch die Permakulturprinzipien aber auch machbar. Generell wird angestrebt vom quantitativen Wachstum zur Optimierung der Lebensqualität zu gelangen.

Und diese Qualitäten sollen durch Regeln und Prinzipien gefördert werden. Regeln oder Spielregeln machen ein Spiel erst zu dem, was es ist. Ohne Spielregeln und den Willen sich an diese zu halten, geht jedes Spiel kaputt. Dazu müssen die Regeln bekannt sein. Andererseits wollen wir keine pedantischen Schiedsrichter werden, die alles abpfeifen, denn auch hier gilt: Keine zentrale Regelüberwachung, sondern vielmehr ein dezentrales Regelbewusstsein und ein tiefes Verständnis für den Sinn der Regeln. Alle sind aufgefordert sich an der Qualitätssicherung zu beteiligen. Und wenn eine Gruppe dieses beherzigt, davon bin ich fest überzeugt, dann erreicht man auch eine nachhaltige und sozialere Gemeinschaft.

Und das ist auch meine Bilanz. Was aussieht wie ein tiefer Fall und ein Scheitern, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein Lernerfolg, die Dinge in Zukunft besser zu regeln und wählerischer bei den Methoden zu sein. Für 2015 wünsche ich mir Menschen, die mit der Bereitschaft zu Remscheid im Wandel kommen, das Transition Spiel mit Transition Regelwerk zu spielen, denn ich sehe, wie sich andere Transition Initiativen damit entwickelt haben und ich möchte wissen, wie es in Remscheid damit aussieht. Und aus Neugierde (Transition ist ein soziales Experiment mit ungewissem Ausgang) und Qualitätssicherungsansprüchen möchte ich dafür sorgen, dass bei uns in Remscheid auch wirklich Transition drin ist, wo Transition drauf steht und keine Wandelmogelpackung.

Ach ja, wie steht es denn jetzt mit der Bilanz? Mir ist aufgefallen, dass ich wenig zum Thema Regionaltreffen geschrieben habe. Offensichtlich zieht man viel mehr Konsequenzen und Lehren aus den Miss-Erfolgen. Daher sieht die Bilanz so aus:

Meine Lehre, die ich daraus ziehe: Erfolge machen stolz, Miss-Erfolge klug.

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